KATEGORIE: Mode

MIR DOCH EGAL!

Es brennt das Verlangen sich gegen Norme und Werte zu bewegen. Man soll nicht, doch man möchte. Man darf nicht, doch man muss. Beschattende Blicke kapitulierender Individuen auf sich gerichtet, in der ständigen Versuchung, sich aus einem ach so wahrhaft individuellen System der „freien Entscheidungen“ zu schälen. Es brüllt der Rebell im Geiste. Eingeengt von Prinzip, Etikett und Disziplin. Die Lust der Widerrede quillt über. Die Knospen des Protestes sprießen. 

Der intelligente Rebell hat den Schalk im Nacken und den Verstand an der Front, mit Scharfsinn und Esprit.

Ungeordnet, konfus und besonders speziell. Das Kleid darf schreien als Protest. Ein brennender Geist hat nichts zu Suchen in gezwungener Konformität. Schrill und kunterbunt in gefasster Silhouette. Der Sippensoziale möchte zu- und unterordnen. Möchte reglementieren. Möchte protestieren gegen den Schrecken des freien Schönheitsempfindens. Unmöglich. Es ist. Es darf. So wie es ist. Der Geist darf sein und nach außen leben wie es ihm bedarf. Ein Fest des kognitiven Protestes und der visuellen Rebellion. Lasst ihn leben. Er tut doch niemandem weh.

Dazugehören. Ein Teil vonsein. Ein Segment - aber neuerdings von etwas Besonderem. Man weiß, man muss sich fügen, um von der blendenden Harmoniesucht der Menschennatur geliebt, gelobt, gefeiert zu werden. Man lechzt nach dem einen sozialen Status, der uns zu „etwas Besserem“ gradiert und dadurch tückisch und seicht Respekt verschafft. Man liebt es gewiß nach definierten Normen und Werten als bedeutendgefeiert zu werden. Und doch hasst man es sogleich; die Lüge an sich selbst. Die Scheinheiligkeit dem eigenen Individuum zuwider. Es treibt die Lust nach Akzeptanz und respektvoller Wahrnehmung trotz inadäquatem Sippensozialismus. Die Abneigung, Normen zu befolgen. Der Überdruss „geordneten“ sozialen Werten zu gehorchen. Die Aversion zu Prinzip, Etikett und Disziplin.

Es fügt sich schwer, der den nivellierten Gemeinschaftssinn der Willens- und Handlungsfreiheit unterordnet. Es kapituliert nur der, der sich an einem Brunnen konformitätslosem Individualreichtum tränkt, doch dem es stets nach Anerkennung dürstet.

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